Bei unmittelbarer Gefahr: Polizei 110. Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 116 016 · WEISSER RING: 116 006

Für den Ernstfall

Sofortmaßnahmen bei Stalking und Doxxing

Diese Seite ist für den Moment gedacht, in dem es gerade passiert. Kurz, nummeriert, in der Reihenfolge, die zählt. Die ausführlichen Anleitungen sind verlinkt: für später, wenn wieder Ruhe ist.

Die Reihenfolge

  1. Sicherheit zuerst. Bei unmittelbarer Gefahr: Polizei 110. Entscheiden Sie nüchtern, ob Sie heute Nacht woanders schlafen. Das ist eine Option, keine Überreaktion.
  2. Beweise sichern, vor allem anderen. Screenshots mit vollständiger URL, Datum und Uhrzeit, das Absenderprofil, der ganze Verlauf. Erst sichern, dann melden oder löschen. → Beweise richtig sichern
  3. Nicht auf den Täter reagieren. Nicht antworten, nicht richtigstellen, nicht drohen. Jede Reaktion ist Treibstoff.
  4. Vertrauensperson einweihen. Niemand sollte das allein durchstehen, und jemand sollte das Beobachten übernehmen können.
  5. Inhalte bei der Plattform melden. Mit Begründung, exakter URL und der Gutgläubigkeits-Erklärung nach Art. 16 DSA. → Doxxing: die vollständige Anleitung
  6. Anzeige erstatten. Mit der Dokumentation, chronologisch geordnet. Doxxing (§ 126a StGB) und Nachstellung (§ 238 StGB) sind Straftaten.
  7. Konten härten. E-Mail-Passwort zuerst, dann Zwei-Faktor-Authentifizierung, dann geteilte Freigaben und angemeldete Geräte prüfen. → 2FA einrichten
  8. Meldedaten sperren. Auskunftssperre nach § 51 BMG anstoßen, Übermittlungssperren mitnehmen. → Auskunftssperre Schritt für Schritt

Wenn der Stalker Ihre Adresse kennt: Für diese Lage gibt es einen eigenen Leitfaden für die ersten 48 Stunden (Sicherheit, Dokumentation, Behörden, Sperren): zu den ersten 48 Stunden.

Kostenlose Anlaufstellen

  • Polizei: 110 (Notruf) · polizei-beratung.de
  • Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen": 116 016, rund um die Uhr, kostenlos, anonym, mehrsprachig
  • Hilfetelefon Gewalt an Männern: 0800 123 99 00
  • WEISSER RING Opfer-Telefon: 116 006, täglich 7–22 Uhr
  • HateAid: kostenlose Beratung bei digitaler Gewalt, inkl. Prozesskostenfinanzierung

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Häufige Fragen im Ernstfall

Was ist das Wichtigste, wenn meine Daten gerade veröffentlicht wurden?

Reihenfolge halten: Beweise sichern (Screenshots mit URL, Datum, Kontext), bevor irgendetwas gemeldet oder gelöscht wird. Dann nicht auf den Täter reagieren, dann bei der Plattform melden, eine Vertrauensperson einweihen, Anzeige erstatten und die eigene Erreichbarkeit prüfen. Wer zuerst löscht, steht später ohne Belege da.

Wann sollte ich die Polizei einschalten?

Bei unmittelbarer Gefahr sofort die 110. Ansonsten: Anzeige so früh wie möglich. Doxxing ist nach § 126a StGB strafbar, Nachstellung nach § 238 StGB. Auch wenn Täter anonym bleiben, wird der Vorgang aktenkundig, und genau diese Dokumentation brauchen Sie für Auskunftssperre und Gewaltschutz.

Wer hilft mir kostenlos?

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen" (116 016, rund um die Uhr, anonym, mehrsprachig), das Opfer-Telefon des WEISSEN RINGS (116 006, täglich 7–22 Uhr), das Hilfetelefon Gewalt an Männern (0800 123 99 00) und HateAid für Betroffene digitaler Gewalt. Die Interventionsstellen der Bundesländer begleiten bei Stalking und häuslicher Gewalt.

Wenn es mehr braucht als Selbsthilfe

Wir übernehmen die Struktur.

Bestandsaufnahme, Priorisierung, Löschkaskade, Härtung, Monitoring, koordiniert mit einer Fachkanzlei für alles Rechtsförmige. Das Erstgespräch ist kostenlos, vertraulich und auf Wunsch pseudonym; bei markierter Dringlichkeit antworten wir so schnell wir können.